Reto Scherrer
News
Reto Scherrer moderiert auf Schweizer Radio DRS
verschiedene Sendungen und arbeitet zudem für die
Abteilung Unterhaltung beim Schweizer Fernsehen
Berühmt geworden ist Reto Scherrer als Kultmoderator durch seine Arbeit bei RADIO TOP (1996-2007) und durch seine Frau Burkhardt
Reto moderiert jedes Jahr zahlreiche öffentliche und private Veranstaltungen und hat sich in der ganzen Schweiz einen Namen als DJ gemacht Reto Scherrer ist die Synchronstimme in Flugzeug, Bus und Bahn
Biografie
Für einige ist er ein "Schnorri"; viele halten ihn
jedoch für das Beste, das Radio zu bieten hat: Der Thurgauer Reto
Scherrer holt mit seiner frechen Art die Hörerinnen und Hörer von
RADIO TOP aus dem Bett.
Dunkelblonde, schulterlange, Haare, treuherzige Augen und ein unwiderstehliches Lächeln: Reto Scherrer ist der Traum aller Schwiegermütter - bis er seinen Mund aufmacht und ein Wortschwall den nächsten ablöst. Der 25-Jährige spricht gern und viel. Am liebsten redet er zwischen zwei Musikstücken am Radio, da ist er in seinem Element. Ein Scherz jagt den nächsten, kaum ein Thema, zu welchem dem wortgewandten Thurgauer keine Pointe einfällt. Vor allem die jüngeren und jung gebliebenen Hörerinnen und Hörer von RADIO TOP lieben ihn. Zwar gehört da die eine oder andere potenzielle Schwiegermutter auch dazu, meist gefällt jedoch ihnen sein Aussehen besser als sein Humor.
Doch damit hat Reto Scherrer zu leben gelernt. "Ich bin kein Moderator für alle. Meine extreme und unangepasste Art polarisiert", weiss sich der Thurgauer einzuschätzen. Es ist noch nicht lange her, da mussten seinetwegen die Sicherheitsvorkehrungen des Radiostudios in Winterthur verstärkt werden. Ein Mann mit einer Holzkeule in der Hand versuchte während einer Sendung einzudringen, mit der klaren Absicht, Scherrer zu verprügeln. "Wenn ich etwas mache, dann muss es aufregend sein, ich will auffallen, auch wenn es nicht immer allen gefällt." Sein Ziel dabei ist einzig und allein: "Die Leute sollen Scherrer hören wollen."
"Hallo Anita Buri, mein Name ist Lacher. Ich bin für den 'Playboy' Schweiz zuständig und wollte Sie fragen, ob Sie sich für uns ausziehen würden." Reto Scherrer in seinem Element. Wieder einmal ist ihm bei einem seiner Jux-Telefone jemand auf den Leim gekrochen. Die "versteckten" Telefonanrufe sind seit drei Jahren ein Markenzeichen des quirligen Thurgauers. Unzählige solcher Telefonate hat er in dieser Zeit aufgenommen und gesendet. Die Besten wurden auch zwei CDs veröffentlicht, eine dritte ist in Produktion. Insgesamt 5000 CDs wurden bisher, vor allem in der Ostschweiz, verkauft. "Im Sendegebiet von RADIO TOP kann ich mittlerweile niemanden mehr anrufen, ohne dass gleich ein Jux-Telefon vermutet wird." So ist es schon passiert, dass der 25-Jährige auf ein Taxi verzichten musste, weil die Zentrale einen Scherz vermutete.
"Eigentlich bin ich ein extrem auf Harmonie bedachter Mensch." Auch wenn das im Radio kaum zu hören ist, im persönlichen Gespräch wird es schnell klar. Reto Scherrer sucht Anerkennung, er will von seinem Umfeld geliebt werden. "Ich achte darauf, dass immer die Mehrheit der Zuhörerinnen und Zuhörer auf meiner Seite steht." Nach diesem Motto wählt er jeweils auch die Themen und Personen aus, welche er in seinen Sendungen verspottet.
Geboren und aufgewachsen ist Reto Scherrer als Beizerssohn im
thurgauischen Weinfelden. Schon früh begann er vom Radio zu träumen.
"Bereits in der dritten Klasse wünschte ich mir zu Weihnachten
ein Mischpult." Zwei Jahre später gab es dann immerhin ein
Doppel-Kassetten-Deck. Der 11-Jährige konnte sich endlich seine
eigenen Tapes zusammenstellen. Wenig später wurde dann auch der
Traum vom eigenen Mini-Studio wahr. Von da an bespielte Scherrer
hunderte von Kassetten mit eigenen Sendungen. Gleichzeitig wurde er
Jungreporter bei der damals populären Jugendsendung "Jojo"
auf DRS 3. Seiner Liebe zum Radio ordnete Reto Scherrer alles unter.
"Ich war ein Einzelgänger und hatte in der Schule so meine
Probleme." Natürlich keine optimalen Voraussetzungen für die
anstehende Berufswahl. "Ich hatte nur einen Wunsch: möglichst
schnell zum Radio!"
Doch dies war nicht möglich. Zusammen
mit dem Berufsberater suchte er nach Alternativen. Eine Lehre als
Zeitungsdrucker wurde ins Auge gefasst. "Ich dachte mir: das hat
immerhin entfernt mit Medien zu tun, und machte eine Schnupperlehre."
Jene Woche im Keller des Druckereigebäudes in Frauenfeld wurde zu
einem Schlüsselerlebnis für Reto Scherrer. "Ich konnte den
Lärm dieser riesigen Druckmaschinen kaum aushalten. Doch von meinem
Arbeitsplatz aus sah ich durch ein winziges Fenster direkt in die
Studioräumlichkeiten von Radio Thurgau. Ich wusste: hier bin ich
falsch. Dort in diesem Studio ist mein Platz!"
Schliesslich entschied sich Reto Scherrer für eine kaufmännische
Lehre in einem Hotel. Seinen Radiotraum begrub er dennoch nicht ganz
und stellte sein Talent beim Frauenfelder Spitalradio unter Beweis.
Nach der Lehre, der Rekrutenschule und dem Wirtepatent war die Zeit
für den professionellen Einstieg ins Radiobusiness endlich reif. Das
private Radio Thurgau ermöglichte ihm ein dreimonatiges Praktikum,
unbezahlt selbstverständlich. Reto Scherrer packte die Chance beim
Schopf. Zusammen mit der heutigen DRS3-Moderatorin und Fernsehfrau
Mona Vetsch und dem Radio-24-Mann Ivan Santoro berichtete er täglich
über die Geschehnisse in seiner Heimat, dem Thurgau.
Vor rund
drei Jahren, nach dem Zusammenschluss von Radio Eulach mit Radio Wil
und Radio Thurgau zu RADIO TOP, wurde Scherrer dann der
Moderationsjob in Winterthur angeboten.
Rund 200'000 Hörerinnen und Hörer erreicht Reto Scherrer mittlerweile jeden Morgen. Obwohl er nicht ohne Stolz davon erzählt, sind es ihm noch zu wenig. "Wenn ich schon so viel Energie in meine Sendungen hineinstecke, will ich, dass es auch möglichst viele Leute hören." Dafür arbeitet der 25-Jährige hart. "Nach jeder Sendung bin ich erst mal mit meinen Kräften am Ende und durchgeschwitzt." Doch warum macht er all das bloss? "Ich will, dass es den Hörerinnen und Hörern nach meiner Sendung ein bisschen besser geht", gibt sich Scherrer schon fast ein wenig missionarisch. "Damit die Leute am Morgen etwas zu lachen haben, würde ich sogar gratis Radio machen." Man nimmt es ihm ab. Das Geld ist es nämlich bestimmt nicht, das den Thurgauer bei einem Frühdienst um 2.30 Uhr aus dem Bett treibt.
Reto Scherrer ist ein Radioverrückter. "Ohne Radio kann ich
nicht leben", gibt er freimütig zu. Dies ist aber auch seine
grösste Zukunftsangst: "Was wird aus mir, wenn ich einmal nicht
mehr am Radio moderieren kann? Ich lebe nur für dieses Medium, etwas
anderes kann und will ich nicht machen."
Vorläufig braucht
Reto Scherrer diese Sorgen nicht zu plagen und so holt er weiterhin
die TOP-Fangemeinde aus dem Bett. Leise träumt er zudem einen ganz
persönlichen Traum: "Ein nationales Scherrer-Radio wäre schon
nicht schlecht!"



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